Das Hinkommen und das Wegkommen Der Weg ist das Ziel, könnte auch das Motto an vielen Tagen auf der Autobahn A8 von München nach Salzburg lauten. Ab dem Irschenberg geht es nur mehr abwärts, dann schüttelt man am Inntal-Dreieck alle Autos in Richtung Italien ab und endlich schaut man auf die weite Wasserfläche des Chiemsee. Bei der Abfahrt Bernau ist es geschafft. Auf der Rückfahrt sammelt man alle wieder ein, und dann geht es als Kolonnenverkehr zurück in die bayrische Hauptstadt.

ein Julimorgen am Chiemsee könnte freundlicher aussehen

wechselhaftes Wetter am Chiemsee, Hafen von Gstadt

Gstadt Der kleine Ort, 12km von Prien entfernt, gehörte einst zum Besitz von Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel. Heute ist es eine beliebte Anlegestelle für die Schiffe zur Frauen – und Herreninsel.

Welch eine Verführung zum zweiten Frühstück

Welch eine Verführung zum zweiten Frühstück

Bagel & Coffee Nur einen Katzensprung von der Anlegestelle in Gstadt entfernt, lässt sich die Zeit, bis ein Schiff anlegt, auf wunderbare Weise mit einem Kaffee und/oder einem Bagel, einer selbst gemachten Waffel oder einem Frozen Yoghurt vertreiben.  Der Kaffee stammt…  Seeplatz 4 in Gstadt, Tel. 08054 9087827. Geöffnet 9-18 Uhr. www.chiemsee-coffee.de

Ein Bild von Julius Exter zeigt die Kampenwand, der höchste Berg der Region

Ein Bild von Julius Exter zeigt die Kampenwand, der höchste Berg der Region

Gemäldegalerie im Augustiner Chorherrenstift (altes Schloss)  Im Nordflügel der Klosteranlage (gebaut 1727-1730) ist die Galerie der Chiemsee-Maler untergebracht. Der Vorreiter war Julius Exter, damals als “Farbenfürst” bekannt und ihm folgten zahlreiche Kollegen wie Leo Putz, Karl Millner, Wilhelm Trübner.  So wurden der Charme des Chiemsee und die Landschaft der Voralpen in zahllosen Ölgemälden festgehalten. Geöffnet tgl. April – Okt 9-18 Uhr.  Eintritt: 4€.

Ganz modern ist die Gaststube in der Schlosswirtschaft eingerichtet.

Ganz modern ist die Gaststube in der Schlosswirtschaft eingerichtet.

Schlosswirtschaft Herrenchiemsee Im Jahr 1130 von den Augustiner Chorherren übernommen, später im barocken Stil ausgebaut, wurde der imposante Komplex 2011 saniert. Das einstige Refektorium ist heute ein modernes Gasthaus mit bayrischer Küche. Ein besonderes Schmankerl ist die Vorspeise der Chiemsee-Renke auf Matjes-Art. Bei gutem Wetter sitzt man natürlich im Garten und genießt den Blick auf den Chiemsee und die Fraueninsel. Tel. 08051 9627670 www.schlosswirtschaft-herrenchiemsee.de 

Fraueninsel  Auf der Insel liegt das Benediktinerkloster Frauenwörth, von Herzog Tassilo III: von Bayern im Jahr 782  gegründet. Heute finden zahlreiche Seminare in den Klosterräumen statt und sorgen für das Auskommen der Schwestern.  Besichtigt werden kann nur die Torhalle aus karolingischer Zeit, sehenswert sind die fünf romanische Darstellungen von Engeln, davon sind bei zweien die roten Umrisse vollständig erhalten.  Auch die Klosterkirche wurde in der Romanik gebaut, ein wichtiges Zeugnis ist das Portal hinter dem gotischen Vorbau und ein feinziselierter Türklopfer.  www.frauenwoerth.de

Essen und Wohnen Nur auf der Fraueninsel kann man wohnen, dagegen müssen alle Besucher mit dem letzten Schiff die Herreninsel verlassen haben.

Schon im späten Mittelalter hat man sich am Biertisch getroffen.

Schon im späten Mittelalter hat man sich am Biertisch getroffen.

Klosterwirt Seit 500 Jahren werden hier Gäste bewirtet, das Gebäude war einst das Mittelstück des Knechtshauses mit Stallungen. Heute schaut man auf ein schönes Kreuzgewölbe in den Gaststuben und lässt sich von Klosterwirt Michael Keiner verwöhnen. Frauenchiemsee 50,  Tel. 08054 7765. Geöffnet 9.30 – 19.30 Uhr www.klosterwirt-fraueninsel.de 

Inselbräu Der Wirt und Braumeister Daniel Hagen hat die Tradition des Bierbrauens auf der Fraueninsel wiederbelebt. Ein naturtrübes Helles und ein Weizenbier wird im Inselbräu ausgeschenkt. Frauenchiemsee 28,  Tel 08054 902088 www.inselbraeu-frauenchiemsee.de 

die geräucherten Renken sind das Aushängeschild des Chiemsee, oftmals auch in der Semmel verkauft.

die geräucherten Renken sind das Aushängeschild des Chiemsee, oftmals auch in der Semmel verkauft.

Fischräucherei Thomas Lex Seit 1857 betreibt die Familie Lex, nun in der 7. Generation, die Fischerei im Chiemsee. Der “Brotfisch” ist die Renke, sehr beliebt als Räuchersemmel, dabei wurde der Fisch über Buchenholz geräuchert. Lecker sind auch die Renken nach Matjes-Art. Haus 31 auf Frauenchiemsee. Tel. 08054 479  www.chiemseefischerei-lex.de

Heute dient der Wohnsitz des Künstlers als Museum, besonders eindrucksvoll sind die Farbpaletten

Heute dient der Wohnsitz des Künstlers als Museum, besonders eindrucksvoll sind die Farbpaletten

Künstlerhaus Julius Exter So stellt man sich das Anwesen eines Malers vor, besonders wenn sich die Motive seiner Bilder im Garten wiederfinden lassen, wie der blumengesäumte Weg. Julius Exter ( 1863- 1939) gehörte zu den Gründer der Münchner Sezession und kaufte 1902 das mittelalterliche Bauernhaus “Zum Stricker”, das später zu seinem alleinigen Wohnsitz wurde. Im oberen Stock richtete er sein Atelier ein, das noch heute zu besichtigen ist.  Seine Malschule, die sich den Ideen der “Blauen Reiter” annäherte, wurde in ganz Europa bekannt. Rund 14 000 Besucher kommen jedes Jahr ins Künstlerhaus.  Blumenweg 5 in Übersee-Feldwies. Tel. 08642 895083. Geöffnet Frühjahr bis Herbst Di – So 17-19 Uhr. Eintritt: 2€  www.herrenchiemsee.de  Aktuelle Ausstellung bis 14. Sept. – 70 Gemälde aus der späten Schaffensphase

Aschau wird überragt von Schloss Hohenaschau und der 1669m hohen Kampenwand. Sehr beliebt als Wohnort bei  kreativen Geistern.

Das heutige Atelier von Nils Holger Moormann waren einst die Stallungen von Schloss Hohenaschau

Das heutige Atelier von Nils Holger Moormann waren einst die Stallungen von Schloss Hohenaschau

Atelier Nils Holger Moormann In den ehemaligen Stallungen und Wohnhaus der Bediensteten der Festung Hohenaschau hat der Designer Nils Holger Moormann sein Zuhause gefunden. Seit 1982 entwirft der Autodidakt Möbel bis zur Serienreife, oftmals in der Zusammenarbeit mit unbekannten Jungdesignern. Immer verblüfft die Einfachheit und das durchdachte Konzept, die Reduktion auf das Wesentliche liegt ihm am Herzen. Die Stallungen, die Remise für die Kutschen und die Pferdeboxen,  dienen heute als Ausstellungsflächen für seine Entwürfe. Dazu kommen die Appartements von “Berge”, wo man Nils Holger Moormann hautnah erleben kann. An der Festhalle 2, Tel. 08052 90450. www.moormann.de

Wohnen

Höchst origineller  Schlüsselkasten im Berge

Höchst origineller Schlüsselkasten im Berge

Berge Ehemals war es die Dorfbäckerei und das Gebäude dürfte aus dem 18. Jahrhundert stammen. Nils Moormann erwarb das baufällige Anwesen und entstanden 16 Ferienappartments im Zeitgeist des Eigentümers. Nirgendwo besser kann man das Design von Nils Moormann erleben, zahllose Details machen jeden Aufenthalt zu einem Erlebnis. Beliebter Treffpunkt ist die geräumige Küche, wo auch ausgezeichnete Chefköche am Herd stehen können. Das Design der Bademäntel, Handtücher und T-Shirts stammen von der Aschauerin Hedwig Bouley. Kampenwandstraße 85  Tel 08052 904517 www.moormann-berge.de  

Essen 

Die Residenz Winkler ist der Nachbar zur Pfarrkirche

Die Residenz Winkler ist der Nachbar zur Pfarrkirche

Residenz Winkler Die Südtiroler Heinz Winkler, vielfach ausgezeichneter Koch hat sich nach seiner Karriere im Münchner Tantris einen Lebenstraum erfüllt und ist mit seiner 3- Sterne-Küche in ein altes Gemäuer gezogen, das bereits 1405 als Wirtschaft erwähnt wurde. Fortan pilgerten die Gourmets nach Aschau und noch immer ist es ein Erlebnis, bei ihm zu essen. “Leider gut”, meinte eine Freundin, denn der Weg von München nach Aschau kann durch manchen Stau doch erheblich verzögert  werden. Doch der Weg lohnt immer. Kirchplatz 1, Tel. 08052 17990. Geöffnet tgl. 12-14Uhr, 18.30- 22Uhr. www.residenz-heinz-winkler.de

Ess.Schmiede Mehr ein Wohnzimmer als ein Restaurant ist die Essschmiede, hier wird ein Schwerpunkt auf gutes Essen in gemütlicher Atmosphäre gelegt. Als Chef Patissier hat Markus Schmiedhuber bei Heinz Winkler in der Residenz gearbeitet,  seit September 2012 betreibt er sein eigenes Lokal zusammen mit seiner Partnerin Michaela Hauser.  Bei gutem Wetter sind natürlich die Plätze im Gastgarten besonders begehrt. Serviert wird eine ambitionierte internationale Küche mit US Rin Eye Steak, Yellow Fin oder in Madeira geschmorte Ochsenbacken. Thunfisch Übrigens: das neueste Kind wird eine Kaffeebar in der Feuerhausstraße in Aschau sein. Schulstraße 9, Tel. 0176 70147934. Geöffnet Mo, Di – Fr 17 -23 Uhr, Sa +So 11.30-22 Uhr. www.essschmiede.de

Bistro Pinot In dem kleinen Restaurant lässt Steve Eulenstein eine feine mediterrane Küche servieren. Kampenwandstraße 20, Tel. 08052 4454. Geöffnet Di -So ab 18 Uhr www.bistro-pinot.de 

Grassau

Hier lässt sich nach den ersten neun Löcher etwas entspannen.

Hier lässt sich nach den ersten neun Löcher etwas entspannen.

Golfresort Achental Vor kurzem vollständig umgebaut, hat das Hotel heute 216 Zimmer, dazu einen chicen Wellness und einen Golfplatz, der im letzten Jahr eröffnet wurde. Durch die vielen Tagungsräume finden viele Seminare statt, am Wochenende entspannen sich hier viel Münchner im Spa oder auf dem Golfplatz. Mietenkamer Straße 65, Tel. 08641 401783. www.golf-resort-achental.com

Für Liebhaber

Filmriss Aschau Hier werden Filme in ungewöhnlicher Umgebung gezeigt, meist auf variablen Leinwänden und bei alten Produktionen mit mobilen 35 mm Projektionen.  Ein hinreißendes Vergnügen, sich am Ufer der Priem oder im Eiskeller oder im Bernauer Kurgarten zu treffen.  www.filmriss-aschau.de 

Ordnung wird zur Unordnung, dann zur Neuordnung- der Titel dieses Bildes

Ordnung wird zur Unordnung, dann zur Neuordnung- der Titel dieses Bildes

Malerin Katharina Schmidmayer Geboren in Rosenheim, hat Katharina Schmidmayer in München die Kunstakademie besucht und arbeitet seit 14 Jahren als freischaffende Künstlerin. 2008 wagte sich die heute 31jährige an die Öffentlichkeit, nun hängen die Bilder in den Zimmern von Moormann-Berge in Aschau, und als Wechselausstellung in der Schlosswirtschaft auf Herrenchiemsee.  Auf eindrucksvolle Weise verbindet sie die lokale Kultur der Tracht mit einer impressionistischen Malweise, die oftmals ins Abstrakte reicht. Ihr aktuelles Atelier liegt in Antwort, einem Ortsteil von Bad Endorf, Dorfstraße 25. Bitte um eine Ankündigung unter katharina.schmidmayer@t-online.de. www.katharinaschmidmayer.de

im Trachtenladen von Brückners

im Trachtenladen von Brückners

Trachten Brückner Erst seit wenigen Monaten ist der Trachtenladen in Antwort eröffnet. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der ganzen Familie Brückner, die auch den weitläufigen Zenzhof bewohnt. Die ehemalige Mühle verlangte viele Jahre der Renovierung, aber nun ist ein Schmuckstück daraus geworden. Im Laden bedienen die Mutter Angela, die Schwestern Angelina, Isabella und Susanne. Am Samstag steht auch Maximilian im Geschäft, wenn der Schauspieler nicht gerade vor der Kamera steht. Hier werden viele Designer aus der näheren Umgebung verkauft wie Hüte von Martin Wiesner aus Kreuth am Tegernseer, oder die kreativen Röcke von Dorothee Lautenstein von Ammersee, die Strickwaren von Bergvolk aus Fischbachau. die Dirndl von der Münchnerin Julia Trentini und Barbarino aus Burghausen. Lohebergweg 5, Bad Endorf. Tel.08053 2075054. Geöffnet: Mo -Fr. 9-12Uhr, 14-18 Uhr. Sa 10-13 Uhr. www.trachten-brueckner.de