Natürlich kennen viele die bemalten Hausfassaden, Brückenpfeiler in neuem Licht und Bahnwaggons in frechen Design. Nicht immer zur Freude des Betrachters und viele Jahre gab es für diese Künstler sehr viel Stress mit der Polizei. Mittlerweile gehören  Graffitis  und die ansprechenden Gemälde von Urban Art zum Zeitgeist. Alleine die politisch virulente Streetart ist etwas auf der Strecke geblieben.

Auf dem Weg zu Magic City

Nicht New York, London oder LA sind die Wiege wilder Farben und großer Gestik, sondern München, wo 1983 Ray seine witzigen Comicfiguren aufsprühte.

Qi Xinghua – Purple Air from the East

Heute ist  der Engländer Banksy in Sammlungen vertreten, der sich mit Vorliebe den Ratten widmet, weil sie jede Zivilisation unterwandern.

Olek – Karusell

In der Kleinen Olympiahalle wurde “Magic City” aufgebaut, unter der Regie des New Yorker Carlo McCormick, der zahlreiche Bücher zu aktueller  Kunst veröffentlicht hat.

schon der Eingang macht Laune.

Gesellschaftskritische, oftmals illegal gemachte  Street Art sieht man in der Magic City wenig, die Ausnahmen sind die  iranischen Brüder Icy& Sot mit  “Migration Crisis”, wo ausgebombte Häuser auf einem Flüchtlingsboot montiert  wurden und der Mailänder Biancochock mit “Idenitiy Malta”, die Fotos gestrandeter Flüchtlinge zeigen.

Ron English – Stonehenge Temper Tot

Die Ausstellung läuft bis zum 3. September 2017.  Montags geschlossen. Sehr zu empfehlen ist der gut gemachte Katalog. www.magiccity.de  

MUCA München Versteckt in der Altstadt wurde im Dezember 2016 das erste Museum für Urban and Contemporary Art in Deutschland eröffnet. In der Dotterstraße, unweit des legendären Gasthauses zur Hundskugel, steht man vor einer ungewöhnlichen Fassade. Sie stammt von dem deutschen Graffiti-Künstler Stohead.

MUCA – die Fassade stemmt von Stohead

Es ist ein privates Museum und wurde von Christian Utz gegründet, der seit vielen Jahren Kunst sammelt und der Streetart zu größeren Reputation verhelfen möchte.

Banksy in Urban Fine Art

Die aktuelle Ausstellung Urban Fine Art ist eine  “Collector’s Show” und ein perfekter Anlass, sich das Beste der Szene anzusehen. Viele der Exponate wurden noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt. Zu den Attraktionen gehören natürlich  international renommierte Künstler wie der Engländer Banksy  oder Vhils alias Alexandre Farto aus Portugal, der die Fassaden mit Hammer und Sprengstoff bearbeitet.

Vhils

Ganz anders der Ire Conor Harrington, dessen Bilder in der Ausstellung an Szenen aus der Renaissance erinnern können, dazu die Wucht der Farbe.

MUCA – Shepard Fairey

Diese Ausstellung ist noch bis zum 26.Juni zu sehen. Geöffnet ist das Museum in der Hotterstraße 12, außer Dienstag von 10-20 Uhr.www.urbanartmuseum.org