Im Sommer 1937 wurde das Münchner Haus der Kunst von Adolf Hitler eröffnet, es war eine Herzensangelegenheit des verkrachten Postkartenmalers. Es war das erste imposante Gebäude im Stile des tausendjährigen Reiches und sollte das ideologische Zentrum für die deutsche Malerei werden.

Architekt Paul Troost mit Adolf Hitler vor dem Modell. Bild aus dem Katalog entnommen.

Nur einen Katzensprung entfernt, war in den Hofarkaden die Ausstellung “Entartete Kunst” zu sehen, abgehängt aus unzähligen Museen und zum Schleuderpreis angeboten.

Plakatwände zur Ausstellung “Entartete Kunst”.

Mit zwei Millionen Besuchern war es die erfolgreichste Ausstellung jener Zeit, obwohl die Gemälde möglichst ungünstig, oftmals schief, gezeigt wurden, dazu waren die Wände mit Schmähschriften versehen.

Video über die Ausstellung Entartete Kunst

Doch mit dem Untergang des Nazi-Regimes begann eine energische Aufholjagd, um wieder an den aktuellen Zeitgeist anzuschließen. Das nicht zerstörte Haus der Kunst konnte rasch bespielt werden und hatte bei der amerikanischen Besatzung einen hohen Stellenwert. Der heutige Club P1 war ihr Offizierskasino.

der Treppenaufgang gibt einen Überblick.

Schon im Januar 1946 wurde die erste Ausstellung mit Gemälden aus Bayern eröffnet, lange Schlangen stauten sich im März 1947 vor den Exponaten der französischen Impressionisten.

auch Robert Rauschenberg war dann in den 1960er Jahren zu sehen.

Sehr gelungen ist der Katalog aus dem Sieveking Verlag, der Titel “Geschichten im Konflikt” ist zwar etwas sperrig, aber es gibt eine Fülle von großartigem Archivmaterial. Ein absolutes Muss für jeden Liebhaber der Kunst des 20. Jahrhunderts. www.sieveking-verlag.de      

Der Titel des Katalogs “Geschichten im Konflikt”

Die Ausstellung läuft bis zum 2. Februar 2018. www.hausderkunst.de