Die Wartburg ist Deutschlands Attraktion Nummer zwei, nur das Schloss Neuschwanstein kann mehr Besucher zählen. Um die 350 000 Menschen machen sich jedes Jahr auf den steilen Weg nach oben.

Wartburg, im Hintergrund das blaue Zelt mit dem Eingang zur Ausstellung

In diesem Jahr dürfte die Zahl wesentlich höher sein, denn “Luther und die Deutschen” ist eine spannende Ausstellung. Dabei stehen die gesellschaftlichen Umwälzungen durch die Reformation im Vordergrund.  Allerdings ist der hammerschwingende Luther eine Vorstellung aus dem 19. Jahrhundert, ist der Anschlag der Thesen ein Mythos des Abendlands. Bis 5.November. www.luther2017.de 

Katalog zu Luther und die Deutschen

Auch auf der Wartburg lebte Luther inkognito als Junker Jörg  vom 5. Mai 1521 bis 1. März 1522 in einer kleinen Zelle, die heute als Lutherstube zu besichtigen ist.

Junker Jörg alias Martin Luther führt durch die Ausstellung.

Der Aufenthalt auf der Wartburg ist ein Meilenstein in der Reformation, denn Luther übersetzte den griechischen Text der Heiligen Schrift ins Deutsche und nun war die Bibel für jedermann zu lesen.

Katalog zu Luther und die Deutschen

Ein weiterer Glücksfall jener Zeit war, dass der Buchdruck mit den beweglichen Lettern von Johann Gutenberg erfunden wurde und nun Bücher und Schriften in großer Anzahl verbreitet werden konnten.

Hotel auf der Wartburg mit Blick auf den Innenhof.

Mehr als eine Stunde ist man in der Ausstellung unterwegs und danach ist der schattige Hof de Hotels auf der Wartburg wie ein Garten Eden. Auch für den Hunger ist gesorgt und da sind Thüringer Bratwürste mit Kartoffelsalat kaum zu schlagen. www.wartburghotel.de 

Blick auf die Wartburg

Aber man sollte die Stadt nicht gleich verlassen, natürlich gibt es noch das sehenswerte Bachhaus, ein wirkliches Schmankerl ist das denkmalgeschützte Südviertel mit ihren Jugendstilvillen aus den Jahren 1862 bis zum Zweiten Weltkrieg.

Villa im Südviertel

In der Zeit der Burgenromantik, am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Wartburg als nationales Symbol besonders verehrt. Nach ihrer Pensionierung kamen viele Berliner und hohe Beamte des Kaiserreiches nach Eisenach, um ihren Lebensabend in der Nähe der Wartburg zu verbringen.Dabei entstanden rund 100 charmante Residenzen.

Villa im Südviertel

In der Architektur wünschte man sich etwas “burgähnliches” und so bekamen viele Häuser Erker, Balkone und Fachwerkverzierung.

Jugendstilfassade im Südviertel

Heute sind diese Häuser im Privatbesitz, nach der Wende gab es einen großen Run auf diese Gebäude, weil die Architektur und das Dekor noch vollständig erhalten war und “nur” restauriert werden musste. Es gibt einen Katalog mit 2 Bänden, die jedes Haus vorstellen.