Tage der Architektur  Historische und zeitgenössische Gebäude können unter fachkundiger Leitung besichtigt werden. Sechs verschiedene Touren führen durch die Regionen Vinschgau, Meran, Bozen, Brixen, Bruneck und das Pustertal. www.tagederarchitektur.it

Der obere Vinschgau dürfte auch so manchem Südtirol – Kenner eher unbekannt sein. Einen Katzensprung hinter dem Reschenpass, gilt es diese Region immer noch als Armenkind wegen seiner mageren Böden und dem rauem Wind. Doch hier hat sich hier viel authentisches Südtirol bewahrt, und die beiden kleinen Städte Burgeis und Glurns begeistern mit ihrem mittelalterlichen Charme.

Blick vom Burgeiser Dorfplatz auf die Pfarrkirche Maria Empfängnis

Blick vom Burgeiser Dorfplatz auf die Pfarrkirche Maria Empfängnis

Burgeis  Auf 1200 m Höhe gelegen, wohnen mal gerade um die 800 Einwohner in Burgeis, doch das Zentrum bezaubert mit seinem mittelalterlichen Charakter, mit Erkern, Freitreppen und trutzigen Gebäuden. Natürlich darf auch der Dorfbrunnen mit dem Heiligen Michael nicht fehlen. Übrigens, eine Besonderheit des oberen Vinschgau sind kleine Mauern, mit einen Brett belegt, die eine perfekte Möglichkeit zum Rasten bieten. Burgeis liegt an der großen römischen Handelsstraße der Via Claudia Augusta, heute ist es  Teil einer europäischen Radroute.

Tolle Holzdecke in einer Suite im Ansitz zum Löwen

Tolle Holzdecke in einer Suite im Ansitz zum Löwen

Ansitz zum Löwen Am Dorfplatz liegt das Hotel Ansitz zum Löwen, das zum Familienbesitz des Hotels Weißes Kreuz gehört, gleich gegenüber.  Über viele Jahre leer gestanden, wurden in dem ehemaligen Lagerhaus für Leinenballen aus Flandern nun fünf Suiten eingerichtet. Meisterlich haben es das Architektenduo Stephan Marx/Elke Ladurner aus Schlanders verstanden, mit zeitgenössischen Details den mittelalterlichen Charakter des Hauses ins beste Licht zu rücken. Heute ist es ein Erlebnis, dort etliche Ferientage zu verbringen, alleine die prachtvollen Holzdecken lohnen eine Übernachtung.  www.weisseskreuz.it  

Kloster Marineberg hoch über Burgeis

Kloster Marineberg hoch über Burgeis

Kloster Marienberg Schon von weiten ist der weiße Bau des Benediktinerklosters Marienberg zu sehen, der über Burgeis thront. Schon Bruno Trauner, der Vorgänger des heutigen Abtes Markus Spanier, hat den Vinschgauer Architekten Werner Tscholl eingeladen, ein Museum und Zimmer für Gäste des Klosters zu entwerfen.  Nun ist ein weiterer Schritt gediehen, und am Eingang sitzt nun ein Glaspavillon mit einer ungewöhnlichen Fassade zum Innenhof.  Mit Kaffeebechern aus Plastik, die in einem gestanzten Blech sitzen, werden lateinischen Bibelsprüche geformt. Die Arbeiten gehen weiter und das nächste Projekt,  eine neue Bibliothek, soll im nächsten Jahr fertig gestellt werden.  www.marienberg.it

Kloster Marienberg - der Eingang mit dem neuen Speisesaal

Kloster Marienberg – der Eingang mit dem neuen Speisesaal

Glurns Die kleinste Stadt Südtirols ist bekannt für ihre mittelalterliche Struktur, denn noch immer ist die Stadtmauer intakt und der Verkehr rollt durch zwei imposante Stadttore. Einen guten Überblick über 700 Jahre vermittelt das Museum im Schludernser Torturm. Im Tapferer  Tor, ganz in der Nähe der Pfarrkirche St. Pankratius,  ist eine Dauerausstellung über Paul Flora zu sehen. Der berühmte Karikaturist wurde in Glurns geboren.  www.glurns.eu 

Glurns - Schludernser Torturm

Glurns – Schludernser Torturm

Söleserhaus Auch Glurns hat seine Lauben, viel kleiner als Bozen und Meran, dafür umso beschaulicher. Dort wurde das Söleserhaus saniert, es ist ein typisches Laubenhaus aus dem 16. Jahrhundert. In dem ehemaligen Wohnhaus sind heute Ladengeschäfte  im Erdgeschoss und Wohnungen untergebracht. Wer den Tourismusverband Vinschgau besucht, kann auch die innere Struktur eines Laubenhauses sehen. www.vinschgau.net   

Das Söleserhaus ist ein typisches Laubenhaus aus dem 16. Jahrhundert.

Das Söleserhaus ist ein typisches Laubenhaus aus dem 16. Jahrhundert.

Gasthof zum Grünen Baum  Gut 500 Jahre ist das Haus alt und schon die Fassade am Stadtplatz lockt alle Blicke auf sich.  Drinnen ist es sehr geschmackvoll im zeitgenössischen Design eingerichtet, das die mittelalterliche Struktur des Hauses unterstreicht. Im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Radfahrer und andere Gäste, denn man sitzt mitten auf dem Stadtplatz. www.gasthofgruenerbaum.it

Glurns - Hotel zum grünen Baum am Dorfplatz

Der  Gasthof zum grünen Baum am Glurnser Stadtplatz

St. Jakob in Söles Das ist ein wahres Schmankerl einer Kapelle, es ist die älteste Jakobskapelle Tirols und die Reste aus einem  Vorgängerbau stammen wahrscheinlich aus dem 9. Jahrhundert. Sie liegt oberhalb der Straße von Glurns nach Prad und verlangt einen kleinen Fußmarsch. Schon für lange Zeit eine Ruine, hatte sie ein Vinschgauer Unternehmer erworben und restaurieren lassen.  Nun kann man die Freskobilder sehen aus dem frühen 13. Jahrhundert sowie Bilder der Renovierung. Im Rahmen einer Führung kann die Kapelle besichtigt werden. www.ferienregion-obervinschgau.it    

Glurns - Kapelle St. Jakob in Söles - Freskenreste

Glurns – Kapelle St. Jakob in Söles – Freskenreste

Destillerie Puni Im Industriegebiet von Glurns gelegen, ist die Whisky-Destillerie Puni ein echter Hingucker. Benannt nach dem nahe gelegenen Bach, wird hier der erste und einzige Whisky Italiens gebrannt, mit dem Wasser des Puni-Bachs und aus dem einheimischen Roggen. Die Architektur des eindrucksvollen Backsteinbaus stammt von Werner Tscholl und der Ausstrahlung dieses Gebäudes kann sich niemand entziehen. www.puni.com

in Laas stehen noch ehemalige Künstlerateliers aus der Kaiserzeit

in Laas stehen noch ehemalige Künstlerateliers aus der Kaiserzeit

Laas Der kleine Ort ist in der ganzen Welt bekannt, denn hier wird der Laaser Marmor gewonnen, der jetzt auch die U- Bahn- Station am New Yorker Ground Zero schmückt. Selbst die Gehsteige in Laas sind teilweise aus weißem Marmor, sie waren die Reste einer großen Bestellung von Marmorkreuzen auf amerikanischen Soldatenfriedhöfen.

Laas - ehemalige Mistlege und heutiger Ausstellungsraum von Jörg Hofer

die ehemalige Mistlege und der heutige Ausstellungsraum von Jörg Hofer

Mistlege Auch die moderne Architektur hat Einzug gehalten, denn der Künstler Jörg Hofer hat eine ehemalige Mistlege zu einem Ort für Ausstellung und ungewöhnlichen Event umformen. Es war der Vinschgauer Architekt Werner Tscholl, der auch das Atelier von Jörg Hofer gleich nebenan entworfen hat. Ein perfekter Ort für seine abstrakte Kunst, die auch Marmorstaub verwendet. www.joerg-hofer.it