Die Fassade am Haus der Kunst hat ihr gewohntes Gesicht verloren. Nun schaut man auf “Second Wave”, entstanden aus Druckplatten einer Münchner Zeitungsdruckerei und einer Bozner Unternehmens, das Kunstbücher druckt.  Geschaffen von El Anatsui aus Ghana, der in Nigeria lebt und der wohl bekannteste afrikanische Künstler sein dürfte.

El Anatsui – Earth Skin

Nun bietet das Münchner Haus der Kunst einen umfassenden Einblick in sein Schaffen über 40 Jahre.  In den imposanten Räumen können seine monumentalen Werke gehängt werden, mit den schillernden Farben sind es wahre Augenfänger.

El Anatsui – bei näherem Hinsehen

Man muss schon sehr dicht an die riesigen Objekte rangehen, um die unglaubliche Arbeit zu erkennen. Von weiten wirken sie wie hochmodische Teppiche. Doch Verblüffung pur, denn beim näheren Hinsehen erkennt man Kronkorken und Flaschenverschlüsse, die mit feinen Drähten verbunden sind wurden. Die aufgedruckten Namen wie Castello stammen sämtlich aus Nigeria, hier soll an den Alkohol der Kolonialzeit, die Wegwerfgesellschaft de Heute erinnert werden  Der Künstler verwendet ausschließlich gefundenes Material aus seinem Alltag, das von zahllosen Mitarbeitern verformt, breit geschlagen und zerschnitten wird.

es sind nur Deckel von Metalldosen.

Auch seine frühen Werke stammen ausschließlich aus jederzeit verfügbaren Materialien seiner Heimat wie Holz oder Ton.  Sie sollen einen Kontrast und kritische Betrachtungsweise zur Denkart westlicher akademische Regeln aufzeigen, nach denen er als Kunststudent ausgebildet worden war,  im Umfeld traditioneller afrikanischer Skulpturen.

eine der frühen Holzarbeiten

In den achtziger und neunziger Jahren beschäftigte er sich mit Holz. Es entstanden markante Skulpturen und Wandreliefs, von El Anatsui oftmals mit der Kettensäge bearbeitet und dann mit schwarzer Farbe versehen.

in den siebziger Jahren stand die Keramik im Vordergrund, auch weil Ton ein sehr preiswertes Material ist.

Die Ausstellung “Trimphant Scale” ist bis zum 28. Juli zu sehen. www.hausderkunst. de  Ein umfangreicher Katalog wird am 8. Juli im Prestel Verlag erscheinen. www.randomhouse.de