Schon von Beginn an überraschte der Kunstraum von Louis Vuitton in München mit ungewöhnlichen Ausstellungen. Dazu gehört, dass dem Betrachter nur wenige Exponate gezeigt werden und sich der Besuch ganz spontan einschieben lässt. Auch von David Claerbout sind nur zwei Werke zu sehen.

David Clearbout – The Algier’s Sections of a happy Moment

Der Belgier ist einer  der wichtigsten Künstler, die sich mit Fotografie und Film beschäftigen und dabei die Grenzen auflösen. So werden Fotografien animiert oder Filmbilder verlangsamt, oftmals zum Stillstand gebracht.

David Clearbout – The Algier’s Sections of a happy Moment

Im Espace Louis Vuitton ist “the Algiers’ Sections of a happy Moment”, ein Video von 2008, das eigentlich ein Diashow zeigt, denn es gibt keine Bewegung. Untermalt von arabischer Musik steht das Bild im Mittelpunkt, wo eine Möve im Flug etwas Brot auf einer ausgestreckten Hand eines Mannes nimmt. Im Hintergrund die Altstadt von Algier.

Die Arbeit besteht aus 600 Fotos, ausgewählt aus 50 000 Aufnahmen, die nur zum Teil aus Algier stammen. Die Möven wurde in Oostende, die Personen in Antwerpen und etliches Mauerwerk in Serbien fotografiert.

Im ersten Stock wurde ein elegantes Kino aufgebaut und dort ist das 12-minütige Video “Travel” zu sehen. Unterlegt mit einer Musik zur Entspannung, wird der Betrachter in einen Wald hineingeführt, es gibt romantische Szenen mit Wasser und Nebel und endet mit einem Panoramabild. David Claerbout verwendet keinen Film, sondern hochentwickelte Computerbilder. Man könnte es banal nennen, aber es ist fesselnd und sehr entspannend.

Die Ausstellung ist zu Ladenöffnungszeiten von Louis Vuitton zu sehen und läuft bis zum 25. August. www.de/louisvuitton.com 

the Pure Necessity

David Claerbout lebt und arbeitet in Berlin und Antwerpen. Ab 8. Juni ist “the pure necessity” in der Münchner Galerie Rüdiger Schöttle www.galerie-ruediger-schoettle.de  und ab 14. Juli zeigt das Kunsthaus Bregenz www.kunsthaus-bregenz.at zu sehen. In beiden Ausstellung wird eine Überarbeitung des Filmklassiker Dschungelbuch von 1967 gezeigt, durch Computeranimation werden die Tiere nicht menschengleich, sondern in ihrem artgerechten Verhalten dargestellt.