In Deutschland leider nicht zu sehen, nur in Paris, London und demnächst in Washington. So lohnt sich die Reise nach London in die National Portrait Gallery im Dunstkreis von Leicester Square. 50 Portraits von Paul Cezanne, der in seinem Leben 200 Porträts gemalt hatte, davon sind 26 Selbstporträts und 29 Gemälde zeigen seine Frau Hortense Figuret.

Madame Cézanne in Blue

1839 in Aix en Provence geboren, stammte Paul Cezanne aus einer vermögenden Bankiersfamilie. Mit seiner Leidenschaft für die Malerei enttäuschte er seinen Vater, der ihn schließlich das Landhaus Jas de Bouffan kaufte. Das Anwesen und seine Umgebung ist auch vielen Motiven zu finden.

Selbstportrait with Bowlerhut

Heute zählt man Cezanne zu den Wegbereitern der klassischen Moderne, seine frühen Gemälde vom Impressionismus geprägt, fanden kein Verständnis bei den Kunstliebhabern, sondern wurden von Malerfreunden wie Pissaro, Monet und Renoir gekauft.

Victor Chocquet sitzend von 1877

Das Gemälde des “Victor Chocquet sitzend” wurde 1877 auf einer Gruppenausstellung gezeigt und seine große Farbigkeit führte zu viel Kritik in der Presse und Unverständnis in der Szene. Der Zollinspektor Victor Chocquet liebte die aktuelle Kunst und war der erste, der Cézanne kaufte. Am Ende seines Lebens besaß er 35 Gemälde von Cézanne, 23 von Délacroix sowie Manet, Monet und Renoir.

Madame Cézanne in a Red Armchair

Viele Porträts sind von seiner Frau Hortense zu sehen, sie alle schrecken den Betrachter eher ab, immer trägt sie finstere Gesichtszüge. Er lernte sie 1869 kennen, sie arbeitete als Malermodell, doch eigentlich konnte Cézanne keine Beziehung zu Frauen aufbauen.

Madame Cézanne in a Yellow Chair, 1888 Wilson L. Mead Fund 1948. The Art Institute of Chicago

1872 wurde sein Sohn Paul geboren, allerdings hielt Cézanne seine kleine Familie vor dem Vater geheim, weil er die finanzielle Unterstützung nicht verlieren wollte.

der Katalog zur Ausstellung

Das letzte Bild ist der Gärtner Vallier. Cézanne starb 1906 an einer Lungenentzündung, er enterbte seine Frau und nur sein Sohn bekam sein beträchtliches Vermögen.

The Gardener Vallier Bequeathed by C. Frank Stoop 1933

Victor Chocquet als Motiv für Seife.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 11.Februar. www.npg.org.uk