Spricht von der Wiener Moderne, dann fallen meist die Namen Gustav Klimt und Josef Hoffmann. Etwas imWindschatten liegt Koloman Moser, dessen enormes Talent nun in der Villa Stuck zu bewundern ist.  So manches der 600 Exponate. vieles aus dem Wiener MAK sind zum ersten Mal zu sehen und geradezu überwältigend ist die Vielfalt der Objekte. Um 1900 war die Zeit für Neues und auch in Wien suchte man nach einer neuen Formensprache.

Paravent, 1906

Doch England hatte die Nase vorne, denn der Künstler William Morris (1834-1896) war der Begründer der Reformbewegung Arts and Crafts, um die Zerstörung der Kultur durch die Industrialisierung zu bekämpfen. In seinen Werkstätten wurden ab 1861 alte Handwerkstechniken wiederbelebt und hochwertige Güter wie Stoffe, Teppiche, Glasmalereien, Möbel und Gebrauchsgerät produziert.

Dekostoff 1906.  Die große Begabung von Koloman Moser zeigt sich auch in den textilen Entwürfen

Eine  Generation von Malern sah in den angewandten Künsten eine spannende Aufgabe. Es entstanden die Dresdner Werkstätten (1898), deren „Maschinenmöbel“ Richard Riemerschmid entworfen hatte und in Österreich wurde 1903 die Wiener Werkstätte von Josef Hoffmann, Koloman Moser und dem Industriellen Fritz Waerndorfer gegründet.

Einrichtung eines Schlafzimmers im Haus Moser 1901

Die Ausstellung in München ist in sechs Kapitel aufgeteilt, eindrucksvoll ist “die Einheit der Künste”, dazu gehört die Gründung der Wiener Werkstätte mit ihren zeitlosen Entwürfen und Objekte, die wenigen Stücke auf dem freien Markt werden extrem teuer gehandelt.

Plakat für das Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin 1901

Am Ende seiner Laufbahn kehrt Moser wieder zum Theater zurück, wobei seine Plakate für das Wiener Theater “zum lieben Augustin” unvergessen sind.

Der chice Katalog aus dem Verlag Birkhäuser, Basel

Sehr lesenswert ist der gut gemachte Katalog im prägnanten Design aus dem Verlag Birkhäuser in Basel www.degruyter.com. Die Ausstellung ist bis zum 15. September geöffnet www.villastuck.de 

Editha Moser in einem Entwurf von Koloman Moser 1910

Nach dem Besuch sollte man sich im Garten von einer Himbeertarte verführen lassen. Die Kuchen stammen vom Nachbarn Käfer. www.feinkost-kaefer.de