Immer kann das BNKR für Überraschungen sorgen. Limitiert als Ausstellungsfläche, mit der Adresse Ungererstraße weitab des Kunstareals rund um die Pinakotheken, drängeln sich die Leute bei den Vernissagen. Wenn Arbeiten des Shootingsstars Michael Sailstorfer zu sehen sind, wird es richtig eng.  Innerhalb der dreiteiligen Ausstellungsreihe “Space in the place” werden Videos und Installationen des Niederbayern vorgestellt, der seit Jahren in Berlin lebt.

Das Luftgewehr  auf Augenhöhe

Schon kurz hinter dem Eingang gelingt es Michael Sailstorfer und seinem Kurator Lukass Freirass, den Besucher zu verblüffen. Er muss sich bücken, denn ein gebogenes Metallrohr steht im Weg. Es gehört zur Installation “Auf Augenhöhe”, und wenn man dem Metall folgt, steht man vor einem Luftgewehr. Damit kann man schießen, doch wenn die Kugel den Weg durch den 26m langen Lauf zurückgelegt hat, ist sämtliche Energie dahin und sie plumpst nur mehr heraus.

Das Ende des Gewehrlaufs – auf Augenhöhe – die Kugel liegt am Boden

Schon die Geräuschkulisse lockt den Besucher in den Keller, dort wo die beklemmende Atmosphäre des Bunkers intensiv zu spüren ist. Das Video “Lohma” zeigt eine frühe Arbeit von Sailstorfer, wo eine Wellblechhalle gesprengt wird. Dokumentiert mit einer Hochgeschwindigkeitskamera sieht man nur den Moment vor der Explosion, inszeniert in einem Kalksteinbruch zwischen Jena und Dessau. Aus praktischen Gründen, denn dort gab es eine Firma für Sprengarbeiten.

Michael Sailstorfer erklärt Lohma, eine Arbeit aus dem Jahr 2008.

Mittlerweile sehr bekannt ist das Video “Tränen” von 2016, wo ein altes Haus von ” als Tränen geformte Abrissbirnen” zum Einsturz gebracht wird. Das Haus gehörte Freunden des Künstlers und alle Nachbarn waren während der zweitägigen Filmarbeiten dabei. Erst letzte Woche hatte Michael Sailstorfer drei Tränen aus Salz auf eine Lofoteninsel transportieren lassen, dort werden sie nun von Wind und Meer malträtiert. Mit einer Ausstellung in der Galerie Perrotin an der New Yorker Lower East Side, die am 2. März eröffnet wird, wird die Serie der Tränen abgeschlossen.

Im Bunker – Michael Sailstorfer und sein Kurator Lukas Freirass

am frühen Abend an der Ungererstraße