Kaum ein Designmuseum will 2019 auf eine Ausstellung zum Thema ” 100 Jahre Bauhaus” verzichten. Die neue Sammlung in der Münchner Pinakothek der Moderne kann auf einen reichen Bestand zurückgreifen, denn schon 1926 wurde Objekte vom Bauhaus gekauft, auch war München im Gespräch, als die Schule die Stadt Weimar 1925 verlassen musste.

Wurfpuppen von Alma Buscher, 1924. Eine der großartigen Frauen am Bauhaus, die sich nur mühsam gegen die Männergilde durchsetzen konnte.

Dann wurde der aufstrebende Industrieort Dessau ausgewählt, eine spannende Gegend für die Ideen einer Verbesserung des Lebensstandards der arbeitenden Bevölkerung. Auch wollte Walter Gropius, der Leiter der Kunstschule, in der Nähe von Berlin bleiben.

Ise Frank und Walter Gropius im Meisterhaus in Dessau, 1927. Das Foto stammt aus “Bauhaus 1919-1930, erschienen im Taschen Verlag.

Jeder kennt diese Möbel aus der Ära Bauhaus und viele sind Ikonen des Designs geworden. Noch heute zehren unzählige Künstler von der Formgebung, lassen sich die Entwürfe oftmals in der zeitgenössischen Architektur wiederfinden.  Viele bahnbrechende Ideen wurden von den studierenden Frauen vorgestellt, obwohl Gropius ein negatives Image für seine Schule fürchtete. Die anfängliche liberale Einstellung des Bauhaus war leider seiner  Zeit weit voraus, zumal Weimar und auch Dessau keinen Nährboden für Avantgarde boten.  Die meisten Frauen mussten in die Weberei,  aber Arbeiten von Anni Albers oder Gunta Stölzl wurden zu Verkaufsschlagern der Schule.

Türgriffe von Walter Gropius

Die neue Sammlung in München zeigt “Reflex Bauhaus – 40 Objects – 5 Conversations.  40 historische Objekte werden mit 5 zeitgenössischen Interpretationen verwoben, unter der Regie des Berliner Künstlers Tilo Schulz.

Ayzit Bostan liefert eine aktuelle Version eines Lattenstuhls von Marcel Breuer

Es sind ungewöhnliche Ideen der heutigen Künstler ausgestellt,  aber der Atmosphäre der Bauhaus Originale kann man nicht widerstehen. Schon hundert Mal gesehen und noch immer gut. So ist es kein Wunder, dass die Möbel schon bald nachgebaut werden, wie die Liege von Le Corbusier bei Cassina oder der Freischwinger von Thonet. Es sind ganz einfach Augenfänger und in so mancher Wohnung des 21. Jahrhunderts zu sehen .

Liege von Le Corbusier. Eine Ikone, die heute von der Firma Cassina produziert wird.

Stuhl von Charles Rennie Macintosh, 1903

Mit großer Freude habe ich das Buch “Jeder nennt mich hier Frau Bauhaus” von Jana Revedin gelesen, denn man erfährt etwas über die menschliche Situation und die großen Probleme aufgrund der politischen Probleme der beginnenden NS-Zeit. www.revedin.com  www.dumont-buchverlag.de 

Menschliche Aspekte zum Bauhaus von Jana Revedin

Einen umfassenden Einblick in das Bauhaus bietet das umfangreiche Buch aus dem Bauhaus Archiv Berlin, geschrieben von Magdalena Droste und   erschienen im Taschen Verlag. Ein Muss für alte und neue Fans des Bauhaus. www.taschen.com

zu 100 Jahre Bauhaus ist ein umfangreicher Katalog aus dem Taschen Verlag erschienen. www.ingo-maurer.com

 

Bulb von Ingo Maurer, 1966

Wer kann da widerstehen?  www.ingo-maurer.com